Es ist fast so, als würden diese Worte schon fallen, sobald du mit deiner Geschäftsidee startest und sie noch in den Kinderschuhen steckt. Schon dann wird dir gesagt, was du „unbedingt“ tun musst. Was du tun solltest, damit du erfolgreich wirst. Was der richtige Weg ist, um schnell Ergebnisse zu erzielen.
Und dann fühlt es sich fast so an, als ob du in eine bestimmte Schablone gepresst wirst, die du nur abarbeiten musst. Doch ist dieser Weg wirklich der richtige für dich?
Schon lange bevor ich das Inspira Zentrum eröffnet habe und davon erzählt habe, Räume für verschiedene Events und Veranstaltungen in Leinfelden-Echterdingen zur Verfügung zu stellen, hörte ich immer wieder diese Worte: "Du MUSST dieses und jenes tun." Ob bei Veranstaltungen, im beruflichen Umfeld oder auch im privaten Austausch – der Druck, sich an bestimmte Vorstellungen zu halten, scheint überall präsent zu sein. Und das nicht nur zu Beginn einer Unternehmung, sondern auch während des gesamten Prozesses.
Am Anfang ist dieser Druck vielleicht noch subtil. Vielleicht sind es gut gemeinte Ratschläge oder gut gemeinte Hinweise von anderen, die selbst schon den einen oder anderen Schritt in der Branche gemacht haben. Aber irgendwann wird aus einem harmlosen „Tipp“ das Gefühl, du müsstest bestimmte Dinge tun, weil andere es so gemacht haben.
Ich finde das nicht nur schwierig, sondern fast schon gefährlich. Wenn ich nicht so gestärkt wäre und eine gewisse Lebenserfahrung hätte, würde ich mich ständig von den Meinungen und Erwartungen anderer leiten lassen. In solchen Momenten fängt man an, an seinem eigenen Weg zu zweifeln. Doch warum? Warum sollten wir uns ständig nach den Vorgaben anderer richten, wenn wir wissen, dass jeder seinen eigenen, individuellen Weg gehen muss?
Wie viele Beispiele kennen wir, in denen wir glauben, wir „müssen“ denselben Weg gehen wie jemand, der bereits eine bestimmte Erfahrung gemacht hat? Die Geschichte zeigt uns, dass viele, die heute als erfolgreiche Persönlichkeiten gelten, ihre eigenen Pfade gegangen sind. Sie haben die ausgetretenen Wege verlassen und sich etwas Neues aufgebaut – jenseits von Konventionen, Regeln und Vorschriften, die als „der richtige Weg“ gelten.
Und wie viele inspirierende Persönlichkeiten gibt es, die eben nicht den gewohnten Weg gegangen sind und trotzdem ihren ganz eigenen, wunderbaren Erfolg gefunden haben? Diese Menschen haben sich nicht von „Du musst…“ bestimmen lassen. Sie sind ihren eigenen, authentischen Weg gegangen und haben dadurch Neues geschaffen, das uns heute inspiriert. Sie haben das Müssen hinter sich gelassen und sich auf ihr inneres Vertrauen gestützt.
Dabei möchte ich eines betonen: Ich möchte nicht sagen, dass wir keine konstruktive Kritik annehmen sollten. Ganz im Gegenteil! Konstruktive Kritik ist unglaublich wertvoll, genauso wie die Fähigkeit zur Eigenreflexion. Aber wir müssen lernen, uns selbst zu vertrauen, die Weisheit in uns selbst zu entdecken und von dort aus zu handeln.
Das „Müssen“ – dieses unaufhörliche Gefühl, sich an festgelegte Regeln und Vorgaben zu halten – sollte keinen Platz in unserem Denken haben. Denn wenn wir uns zu sehr an äußeren Maßstäben orientieren, verlieren wir den Blick auf das, was uns wirklich wichtig ist: uns selbst und unseren eigenen, authentischen Weg.
Ich selbst habe durch wertvolle, hilfreiche Tipps wichtige Impulse bekommen, die mir weitergeholfen haben – und diese habe ich natürlich umgesetzt. Aber immer mit dem Wissen, dass ich den Kurs selbst bestimme. Ich habe mich niemals gezwungen, etwas zu tun, nur weil es angeblich der „richtige“ Weg ist. Es waren immer Impulse, die mit meiner Vision, meinen Werten und meiner eigenen Geschichte in Einklang standen.
Wenn ich die Möglichkeit habe, mit Gründern zu sprechen und nach ihrer Meinung zu gewissen Vorgehensweisen gefragt werde, sage ich oft: Ihr müsst gar nichts tun, nur weil andere es tun! Jeder von uns hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Erfahrungen und seinen eigenen Weg. Was für den einen funktioniert hat, muss nicht zwangsläufig auch für dich der richtige Weg sein. Und das ist okay.
Vertraue darauf, dass dein Weg genauso einzigartig und wertvoll ist.
Es geht nicht darum, den Erwartungen anderer gerecht zu werden oder „die Regeln zu befolgen“, die andere aufgestellt haben. Es geht darum, deinen eigenen Weg zu finden und ihn mit Mut und Authentizität zu gehen. Dieser Weg ist nicht immer der einfachste, nicht immer der schnellste, aber er wird der für dich richtige sein – und genau das macht ihn so besonders.
Wir dürfen aufhören, uns selbst und unsere Visionen an den Vorstellungen anderer auszurichten. Denn dein Weg ist einzigartig, und das solltest du feiern.